Wir alle werden ständig aufgefordert uns in Stille zu üben oder die Stille in uns zu finden. Orte um zur Ruhe zu kommen sowie Meditationskurse werden uns von allen Seiten angeboten, die unterschiedlichsten Yogaarten sprießen nur so aus dem Boden… und das ist gut so und macht in der heutigen, schnelllebigen und lauten Zeit durchaus Sinn, wenn wir in den Tretmühlen des Alltags feststecken, wenn das Berufsleben uns auszusaugen droht oder die Familie uns für selbstverständlich nimmt und der Tag einfach kein Ende zu finden scheint und wir dringend eine Auszeit für uns brauchen… Ja, dafür gibt es genügend Angebote, die uns helfen wieder unsere Mitte, unsere Kraft zu finden und auch mal zur Ruhe zu kommen, abseits vom äußerlichen Lärm.

Was aber, wenn in unserem Leben „Stille“ zur Genüge vorhanden ist? Wir nicht im Dauerstress sind? Wir weit davon entfernt sind in Terminen zu versinken und nicht nur in unserem Kalender, sondern vor allem in unserem Leben gähnende Leere herrscht? Was, wenn genau diese Stille sich längst in ein dunkles, tiefes Loch in eine Leere verwandelt hat, aus der wir einfach keinen Ausweg finden? Was, wenn wir uns nichts mehr wünschen als von einem Termin zum nächsten zu eilen, mal erschöpft ins Bett zu fallen, weil der Tag so ausgefüllt war und nicht weil wir wegen all der Stille nicht mal mehr unsere eigene Energie spüren und aus Langeweile kraftlos sind und nur mehr Einsamkeit fühlen?

Dann scheinen die Tage nicht nur grau, sondern fühlen sich zu dem leer und lange an und die einzige Frage, die uns den Schweiß ins Gesicht treibt und uns in Atem hält diese, eine ist: „War das schon alles, soll das mein Leben gewesen sein?“ Dass unfreiwillige Stille und die damit verbundenen Reizlosigkeit sich wie eine der härtesten Bestrafungen anfühlt, wird durch die Isolationshaft, die für Schwerverbrecher als schlimmste Strafmassnahme verwendet wird, immer wieder bestätigt.

Was können wir also machen, wenn wir einfach nicht mehr in die Gänge kommen, wenn das Leben gerade nur so an uns vorüberzieht ohne Aussicht auf Veränderung, ohne Lebenslust und vor allem ohne Lebensfreude? Die gute Nachricht – es ist möglich, das eigene Leben wieder mit Farbe zu füllen. Die vielleicht auf den ersten Blick nicht so verlockende Nachricht: der erste Schritt liegt bei uns selbst. Nämlich der zu entscheiden: Ich möchte verändern und ich bin bereit etwas dafür zu tun!

Hier alle Möglichkeiten aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, aber einen Satz gebe ich Ihnen vorab mit auf Ihren Weg: „Wenn du etwas in deinem Leben anders haben möchtest, verändere es und komm ins Tun“. Solange wir darauf warten, dass wir vom Außen etwas bekommen bzw. „gefüllt“ werden, werden wir im Stillstand bleiben. Alle Gefühle, die in uns hoch kommen – genauso wie die Einsamkeit auch – sind vor allem eines, abgespeicherte Gefühle aus unserer Vergangenheit, die wir am liebsten nicht fühlen und dadurch abspalten – spalten wir diese aber ab, entsteht unweigerlich eine Leere in uns. Denn auch dieser Teil von uns, der dieses Gefühl spürt, will wieder angenommen sein, um aufgelöst werden zu können. Und das kann jeder nur für sich machen. Denn haben wir den Mut uns unseren Gefühlen zu stellen, hinzusehen und als Teil von uns anzuerkennen, können wir Vergangenes auflösen und dann haben wir auch wieder die Kraft ins Tun zu kommen. Die Entscheidung liegt aber immer bei uns selbst.

Es ist wie, wenn wir uns in ein Auto setzen und losfahren wollen ohne den Schlüssel umzudrehen bzw. den Startknopf drücken oder vergessen den Gang einzulegen bzw. auf Drive zu stellen. Tun wir das nicht werden wir das Auto vermutlich nie in Bewegung setzen. Wir werden lediglich die anderen an uns vorbeiziehen sehen und stille Beobachter bleiben. Also: möchten wir Veränderung, müssen wir uns bewusst dazu entscheiden, das was ist anzuerkennen und ins Tun kommen. Klar, mag es beängstigend wirken sich wieder hinter das Steuer zu setzen, wenn wir lange nicht mit dem Auto gefahren sind. Da ist es dann manchmal hilfreich bei den ersten Ausfahrten begleitet zu werden, um sich wieder mit hilfreichen Tools, Zuversicht und Zutrauen ausgestattet auf eigene Reisen zu begeben…

Ich lade Sie nun zu einer ersten kleine Übung ein, die mit einer gute Nachricht beginnt: Sie können sich einen ersten Termin in Ihren Kalender eintragen! Nennen Sie diesen Termin: „TAG DER VERÄNDERUNG“. Fixieren Sie dazu einen Tag in der nächsten Woche oder wenn Sie wollen auch gleich morgen, an dem Sie alles anders machen als gewohnt und das für die nächsten zwölf Stunden. Wenn Sie sich zum Beispiel in der Früh am liebsten noch einmal zur Seite drehen, weil es eh nichts zu tun gibt, stehen Sie an diesem Tag gleich auf! Wenn der nächste Schritt Sie gleich zur Kaffeemaschine führt, dann machen Sie sich an diesem Tag zuerst fertig, gehen sie duschen oder nehmen Sie ein Bad, ziehen sie sich ihr Lieblingsgewand an oder etwas das vielleicht nicht Ihr gewohnter Look ist, sie es aber voll Freude gekauft haben – seien Sie mutig, experimentieren Sie – es geht vorerst nur um diesen einen Tag! Der Plan für diesen Tag lautet raus aus der Routine, rein ins Neue. Seien Sie kreativ, wagen Sie es und wenn es „nur“ Kleinigkeiten sind, die Sie an diesem Tag anders machen, dann sind Sie bereits dabei etwas zu verändern und Neues auszuprobieren und genau das ist der erste Schritt wieder in Bewegung zu kommen…

Wenn Ihnen dieser eine Tag Lust auf mehr gemacht hat und Sie gerne an mehreren „Rädchen“ drehen wollen, begleite ich Sie gerne bei Ihren ersten „Ausfahrten“ und bin an Ihrer Seite, wenn Sie verschüttete Potenziale und eigene Ressourcen wieder entdecken, die es Ihnen ermöglichen wieder Ihre Kraft zu leben und Ihr Leben so zu gestalten, wie es Ihnen entspricht. Damit auch für Sie Stille wieder zur Kraftquelle wird und nicht Isolation bedeutet.